Das Osnabrücker Land entdecken

Nach dem Abitur wollte ich unbedingt in die große Stadt hinaus, aber nicht zu weit weg aus meiner Heimat, einem kleinen Dorf in der Nähe von Hannover. Weder Universität, noch Fachhochschule in Niedersachsens Hauptstadt boten Studienfächer an, die mich brennend interessierten und so fiel meine Wahl schließlich auf Osnabrück. Die Stadt steht in Erzählungen immer im Schatten des nahegelegenen Münsters, doch entpuppte sie sich für mich als idealer Studienort in Deutschland. Innerhalb der Stadt ist alles schnell zu erreichen, kulturell und historisch bekommt jeder viel geboten, und in Kombination mit der umliegenden Region, dem Osnabrücker Land, ist Osnabrück der perfekte Ausgangsort für unzählige Aktivitäten an der frischen Luft im südwestlichen Niedersachsen. In meiner Freizeit habe ich die Region so intensiv wie möglich erkundet. Heute möchte ich Euch meine Highlights in Osnabrück und dem Osnabrücker Land präsentieren.

Der Blick auf Osnabrück. Es gibt viel zu entdecken!

Der Blick auf Osnabrück. Es gibt viel zu entdecken!

Die Innenstadt: Shopping, Kultur und Altstadt

Immer wenn ich in Osnabrück einkaufen möchte, ist die Große Straße die erste Adresse für mich. Geballt haben sich hier Geschäfte von A bis Z angesiedelt. Mein Geheimtipp für Euch ist aber die Redlingerstraße: Guter Kaffee, gutes Essen, nachhaltig und fair produzierte Kleidung, Kneipen und Restaurants, in denen oftmals Studenten ihre Pausen verbringen oder die bestandenen Klausuren feiern. Nur wenige Gehminuten von der Redlingerstraße entfernt steht das gepflegte Osnabrücker Schloss. Hier treffen Vergangenheit und Gegenwart aufeinander. Von außen ist es ganz klar als Schloss zu erkennen, doch wer sich dem Haupteingang nähert, wird von einer sich automatisch öffnenden Tür überrascht. Im Innern mussten Kronleuchter und Prunk, Beamern und Smartboards weichen, denn die Universität Osnabrück nutzt die Räume des Schlosses als Hörsäle. Ich habe immer gerne Vorlesungen in den hohen Räumen mit royaler Geschichte besucht. Der bunt blühende Schlossgarten hinter dem Schloss ist dann im Sommer Treffpunkt für Sonnenanbeter, Freiluftsportler und der schönste Ort in der Stadt für eine kurze Mittagspause.

Das Osnabrücker Schloss bietet Studierenden innen und außen viel Platz. (Foto: ©maaddin/Flickr)

Das Osnabrücker Schloss bietet Studierenden innen und außen viel Platz. (Foto: ©maaddin/Flickr)

Die drittgrößte Stadt Niedersachsens punktet aber auch mit der Altstadt bei Bewohnern und Touristen. Dom, Theater und die kleinen Restaurants und Cafés versprühen ihren ganz eigenen Charme und bieten Kultur und Geschichte zum Anfassen. Hin und wieder habe ich es mit Freunden geschafft, an einem lauen Sommerabend einen der raren Sitzplätze auf dem Kopfsteinpflaster am Markt zu bekommen. In der Dämmerung wurden wir dann bei Tapas und einem Glas Wein jedes Mal aufs Neue von den beleuchteten gotischen Elementen der St. Marienkirche verzaubert. Der Rückweg führte uns dann oftmals mit einem Eis in der Hand quer durch die Altstadt zum Heger Tor. Das mittelalterliche Bauwerk stellt heute wie damals einen Zugang zur Altstadt dar und wird in der Dunkelheit mit dezentem Licht in Szene gesetzt. Wenn Ihr die Stadt durch das Heger Tor verlasst, befindet sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite das Felix-Nussbaum-Haus. Das Museum zu Ehren des berühmtesten Sohnes der Stadt ist in einem auffälligen, von Daniel Liebeskind entworfenen, Gebäude beheimatet und zeigt neben 200 Werken auch das tragische Leben des jüdischen Künstlers, der im Konzentrationslager Auschwitz sein Leben verlor.

Im Zentrum der Altstadt ist die St. Marienkirche nicht zu übersehen.

Im Zentrum der Altstadt ist die St. Marienkirche nicht zu übersehen.

Die Umgebung: Varusschlacht, Erholung, Blumen und Kräuter

Historiker können im Osnabrücker Land auf die brutale Geschichte der Varusschlacht verweisen. In Kalkriese, in der Nähe von Bramsche, präsentieren Archäologen die Erkenntnisse,
Bunt, gepflegt, originell. Die Gärten rund um das Schloss Ippenburg.

Bunt, gepflegt, originell. Die Gärten rund um das Schloss Ippenburg.

die sie bis heute aus den Ausgrabungen im direkten Umfeld des Museums gewinnen konnten. Neben dem großen Museum mit detaillierten Erklärungen, haben die Kuratoren auch ein Freilichtmuseum errichtet. Hier könnt Ihr die Grabungsstätten im Teutoburger Wald besichtigen und über das Schlachtfeld laufen. Wenn Ihr anschließend an der frischen Luft bleiben möchtet, bietet der Naturpark Teutoburger Wald, der zum UNESCO Geopark-Netzwerk zählt, vielerorts schöneGelegenheiten zum Wandern.Vor allem für Naturfreunde hat das Osnabrücker Land viel zu bieten. Mit zahlreichen Kurorten, von Bad Rothenfelde über Bad Iburg bis Bad Laer, lädt die Region zur Erholung in der Natur ein. Regelmäßig habe ich außerdem die Schlösser und Burgen der Region besucht.Besonders farbenfroh geht es dabei das ganze Jahr über in den imposanten Gärten rund um das Schloss Ippenburg in Bad Essen zu. Dort fand 2010 die Landesgartenschau statt und ein Spaziergang durch die immer wieder neu bepflanzten Gärten ist ein Erlebnis für alle Sinne!

Hase und Piesberg: Sportlich und aktiv auf Entdeckungstour

Idyllisches Plätzchen auf der Hase.

Idyllisches Plätzchen auf der Hase.

Viele Brücken der Regionen im südwesten Niedersachsens führen über die Hase. Der kleine Fluss verbindet das Osnabrücker Land mit benachbarten Regionen wie dem Artland oder dem Emsland. Wenn Ihr euren Drahtesel liebt,schiebt Ihr ihn nicht, sondern fahrt die Hase von der Quelle in Melle bis zur Mündung in Meppen entlang.Die Strecke führt 200 Kilometer durch Niedersachsen und kann in viele Etappen aufgeteilt werden. Oftmals werden auch Busse eingesetzt, um die Radfahrer vom Ziel wieder nach Bad Laer, Rothenfelde oder Quakenbrück zu bringen. Empfehlenswert ist die Tour im Spätsommer, wenn Zwetschgen, Birnen und Äpfel reif sind, denn am Ufer stehen zahlreiche Obstbäume und das Pflücken und Essen ist ausdrücklich erwünscht. So bekommt Ihr Euer Proviant. Bei den Apfelbäumen handelt es sich um alte Sorten, die es heute nur noch selten zu kaufen gibt. Ihr werdet den Unterschied schmecken.
Fossilien vom Piesberg

Fossilien vom Piesberg

Die Natur und die Großstadt sind Gegensätze, die beide einen besonderen Reiz auf mich ausüben. Glücklicherweise bietet Osnabrück beides, ohne das Stadtgebiet zu verlassen. Mein absolutes Outdoor-Highlight im Norden der Stadt ist nämlich der Piesberg. Der angelegte Rundwanderweg führt zu verschiedenen Aussichtsplattformen, die mehrere Blickwinkel auf den aktiven Steinbruch und das Osnabrücker Land ermöglichen.Kleine und große Entdecker sollten sich unbedingt einen Hammer mitnehmen, denn am höchsten Punkt des Berges, neben den unübersehbaren Windrädern, werden regelmäßig Schieferplatten abgeladen, in denen man mit etwas Geduld schöne Fossilien finden kann.

Die Aussichtsplattformen bieten spektakuläre Aussichten in den Steinbruch und über das Osnabrücker Land.

Die Aussichtsplattformen bieten spektakuläre Aussichten in den Steinbruch und über das Osnabrücker Land.

Diese Orte sind meine Highlights im Osnabrücker Land. Ob Shoppen in den Innenstädten, wandern durch den Teutoburger Wald oder Radtouren an der Hase, wer im Osnabrücker Land unterwegs ist, hat viele Möglichkeiten seine Freizeit in Niedersachsen aktiv an der frischen Luft zu gestalten.

Habt Ihr einen Lieblingsplatz in Osnabrück und der Region im südwestlichen Niedersachsen den Ihr mir empfehlen könnt? Ich freue mich auf Euren Kommentar und Eure Geschichte.

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Über Jonas
Als Onlineredakteur kümmere ich mich um alles, was ihr auf dem Blog und der Webseite seht. Privat beschäftige ich mich seit einigen Jahren intensiv mit bewusster Ernährung von Vegan bis Paleo und reise mit wenig Gepäck an Orte mit surfbaren Wellen. Städte erkunde ich gerne zu Fuß und am liebsten, wenn sie eine ausgiebige Kultur- und Food-Szene haben.