Ein Herbst-Spaziergang durch München

Marienplatz MünchenNeue Orte erkunde ich am liebsten zu Fuß – und während Xavier auch in Potsdam wütete, habe ich mich gerade rechtzeitig aus dem Staub gemacht. Mit kleinem Gepäck ging es für mich von Tegel nach München. Quasi ein Meilenstein meines Reiselebens, denn Deutschlands Süden war mir vorher immer zu weit weg für ein Wochenende oder zu nah dran für eine längere Reise.
Zunächst hieß es natürlich den Massen folgen, vom Gate am Flughafen in die S-Bahn, kurzer Zwischenstopp am Hotel nahe der Donnersbergerbrücke und dann sofort zurück zur S-Bahn. Der Marienplatz ist doch sicher am Donnerstag Mittag nicht ganz so voll. Dachte ich. Entgegen meiner sonst üblichen Art zu reisen, schoss ich zwei Fotos und plante schnellstmöglich meinen Rückzug. Das Hinweisschild wies mir den Weg zum Viktualienmarkt, Hunger hatte ich natürlich – also doch weiter mit der Masse.

Haxn, Brezn, Leberkäs, Hendl, Brotzeit, RadlerHALLO München, da bist du ja! Ich liebe Klischees, besonders wenn sie wahr sind. Wenn ich auf diesem Trip etwas am eigenen Leib erfahren wollte, dann ob die Münchener Küche hält was man weltweit über sie sagt. Das Wetter war perfekt und ich wollte keine Zeit verlieren, also versorgte ich mich in der Hofpfisterei mit leckeren Öko-Semmeln und zog zielstrebig zum Markt, denn den Stand mit eingelegten Oliven, Aufstrichen und Feta zog ich am Mittag noch der deftigen Küche vor.
Zum Essen ging es zur nächsten Sehenswürdigkeit – in den Englischen Garten. Auf einer Bank in der Sonne am Eisbach flog das Herbstlaub an mir vorbei, während ich mich stärkte und mir einen weiteren Plan für den Tag machte.

Englischer Garten München

Mein Hobby, das Surfen, verbinde ich mit dem Meer. Seit Jahren ist jedoch die Eisbach-Welle in München kein Geheimnis mehr. Für mich führte natürlich kein Weg daran vorbei, mir dieses Spektakel anzusehen. So wie ich es von zahlreichen Videos kannte, reihten sich die Surfer links und rechts auf und starteten entweder mit einem lässigen Sprung aufs Brett, oder etwas zaghafter durch Abstoßen vom Rand in die Welle die der Fluss hier produziert. Absolut sehenswert, für mich aber bei weitem nicht so beeindruckend wie das Wellenreiten im Meer.
Die Sonne bekam immer mehr Kraft und anstatt den Englischen Garten an der Eisbachwelle zu verlassen, drehte ich um und setzte mir den Chinesischen Turm als neues Ziel. Der Spaziergang durch den Englischen Garten war ein perfekter Start für meine Reise nach München. Als ich den chinesischen Turm erreichte, mir im Biergarten eine Portion Apfelstrudel mit warmer Vanillesoße kaufte und anschließend bei gefühlten 25 grad im T-Shirt meinen Mittags-Nachtisch aß, fühlte ich mich in Süddeutschland angekommen. Surfer in München - Eisbach Welle

Spaziergang durch den Westen Münchens

Am nächsten Tag schaute ich zum ersten mal richtig auf eine Karte Münchens und setzte mir den Hirschgarten, das Schloss Nymphenburg und den Olympiapark als Ziel. Das Wetter schien besser zu bleiben als es angesagt war und schon beim Frühstück im Hotel war klar, dass ich München heute zu Fuß erkunden werde. Der Hirschgarten war schnell erreicht und ohne zu wissen was mich erwarten würde, hielt ich von Anfang an meine Augen offen. Hirsche mitten in München? Na, wenn man hier surfen kann, dann wundern mich auch Hirsche nicht. Nachdem ich etwas vorsichtig über die Wiesen lief und den Morgen genoss, sah ich erst einen großen Biergarten und im nächsten Moment ein großes Gehege. Da sind sie also die Münchener Hirsche.
Nachdem ich für einen Augenblick gemeinsam mit den Tieren die Sonne genoss, nahm ich direkt den Ausgang am „Königlichen Hirschgarten“, dem größten Biergarten Münchens. Gleich neben dem Ausgang des weitläufigen Parks beginnen schöne Münchener Wohnsiedlungen und im Grunde hören die Häuser erst wieder auf, wenn man vor dem Schloss Nymphenburg steht. Interessanterweise hatte ich an diesem Tag noch nicht das Gefühl in einer Großstadt zu sein. Mit dem Schloss Sanssouci vor der Haustür musste ich mir das Schloss Nymphenburg natürlich ansehen, um einen Vergleich zu haben. Tatsächlich könnten die Parkanlagen rund um die Schlösser wohl kaum unterschiedlicher sein. Damwild im Königlichen Hirschgarten München

Schloss Sanssouci vs. Schloss Nymphenburg

Ob nach der Arbeit oder am Wochenende, ein Spaziergang durch den Park Sanssouci ist für mich Entspannung pur. Im Winter etwas unspektakulärer, ohne Palmen, Blüten und mit Statuen in Holzkisten oder aber in wärmeren Monaten mit Wasserspielen. Die verschiedenen Themengärten lassen den Spaziergang zu einer kleinen Reise werden. Doch nun stehe ich plötzlich in München vor dem Schloss Nymphenburg und sehe neben dem Gebäude nicht viel mehr als Wasser. Das Areal scheint unendlich und als ich durch die Bögen des linken Schlossflügels in die Parkanlagen ging, war dort einfach noch mehr Platz. Ich war fasziniert von der Größe der Anlage und etwas irritiert von der schlichten Ausstattung was Statuen und Pflanzen betrifft. Genau so schnell war ich aber auch begeistert von dieser Idylle und der nicht so protzigen Aufmachung des gesamten Geländes. Glücklicherweise gibt es in meinen Augen keinen „Gewinner“ in diesem Vergleich. Sowohl die Parkanlage des Schloss Sanssouci, als auch die des Schloss Nymphenburg sind absolut sehenswert! Schloss Nymphenburg München

Olympiapark

Wer kennt es nicht? Das Olympiastadion in München ist wohl auch außerhalb der Sportlerszene ein Begriff. Der Geschichtsträchtige Ort rund um das Stadion ist definitiv einen Besuch wert. Mit der BMW-Welt als neuere Attraktion auf dem Gelände ist eine kurzweilige Möglichkeit entstanden, sich auch bei schlechtem Wetter ins Warme zu begeben. Zugegebenermaßen bin ich kein Auto-Freak, hätte mir aber gerade deshalb etwas mehr hinter dieser Attraktion versprochen. Kurzum gibt es Autos und Motorräder zu sehen – und einen riesigen Shop, ein Restaurant, ein Kaffee und das war es dann auch schon. Wahren Enthusiasten und noch nicht Überzeugten Besuchern wie mir, dürfte ruhig mehr geboten werden. Wahrscheinlich würde ein Besuch im BMW-Museum die Enttäuschung vergessen lassen – beim nächsten Besuch in München vielleicht.
Neben dem Olympiaturm ragt auch der Olympiaberg über das Gelände – leider verschlechterte sich das Wetter zusehends, sodass ich mir einen Aufstieg auf beide Punkte gespart habe. Sie ermöglichen aber garantiert super Ausblicke bei entsprechendem Wetter.

Olympiastadion München - Marathon Die Kombination aus dem aufziehenden Regen und meinem Hunger ließ mich nun recht schnell den Rückweg antreten. Nach guten 12 Kilometern Fußweg kam ich pünktlich zum Mittagessen wieder am Hoteln an: Alles in Allem ein perfekter Start in den Tag. Ich habe versucht die Route so gut wie möglich für Euch zu rekonstruieren:

Und wie beendet man sowohl einen Blogbeitrag über, als auch einen Besuch in München? Richtig:Brotzeit in München
Welche Spots darf ich bei meinem nächsten Besuch in München nicht auslassen? Ich freue mich auf Eure Tipps!

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Über Jonas
Als Onlineredakteur kümmere ich mich um alles, was ihr auf dem Blog und der Webseite seht. Privat beschäftige ich mich seit einigen Jahren intensiv mit bewusster Ernährung von Vegan bis Paleo und reise mit wenig Gepäck an Orte mit surfbaren Wellen. Städte erkunde ich gerne zu Fuß und am liebsten, wenn sie eine ausgiebige Kultur- und Food-Szene haben.