Pfaueninsel Berlin: Ausflugstipp für den Frühling

Für mich ist die Pfaueninsel das perfekte Ausflugsziel – und meiner Meinung nach eine der Berliner Sehenswürdigkeiten, die Ihr auf keinen Fall verpassen solltet. Schon in meiner Kindheit bin ich mit meinen Eltern immer im Frühling dorthin gefahren, vollgepackt mit einem Picknickkorb und habe schöne Spaziergänge über die Insel unternommen.

Mindestens einmal im Jahr – meistens im April oder Mai – zieht es mich wieder auf diese idyllische Insel im Südwesten Berlins, denn es gibt es für mich in der Stadt kaum einen Ort, an dem man so gut vom Alltag abschalten kann wie hier. Vom Tourismus ist die Pfaueninsel zwar auch nicht unentdeckt geblieben, dennoch finde ich es immer wieder erstaunlich wie schnell sich die vielen Ausflügler kurz nach dem Anlegen der Fähre in Windeseile in alle Richtungen zerstreuen. Wer also denkt, dass die Pfaueninsel in der Hauptsaison völlig überlaufen ist – falsch gedacht. Sie ist zwar bei Touristen und Berlinern sehr beliebt, dennoch ist es auf der rund 67 ha großen Insel nicht unmöglich ein ruhiges Fleckchen zum Entspannen zu finden.

Abseits des Berliner Großstadttrubels: Auf der Pfaueninsel Berlin

Abseits des Berliner Großstadttrubels: Auf der Pfaueninsel Berlin

Ein kurzer Blick in die Geschichte der Pfaueninsel Berlin

Genau genommen war die Pfaueninsel früher eine Kanincheninsel. Denn im 17. Jahrhundert wurde sie zunächst für die Kaninchenzucht genutzt – so entstand auch die inoffizielle Bezeichnung Kaninchenwerder. pfaueninsel-karteSpäter diente die Insel vor allem wissenschaftlichen Zwecken: Forscher wie der Alchimist Johannes Kunckel beschäftigten sich hier mit der Glasherstellung. Nach dem Brand von Glashütte und Laboratorien blieb die Insel rund 100 Jahre ungenutzt. Erst Friedrich Wilhelm II. kam die romantische Havel-Insel wieder in den Sinn, als er eine sommerliche Bleibe für sich und seine Geliebte suchte. Er beauftragte Peter Joseph Lenné, der bereits an Großprojekten wie den Gärten Park Sanssouci, Sacrow und Babelsberg beteiligt war, mit der Gestaltung eines prächtigen englischen Landschaftsgartens. Friedrich Wilhelm II. war auch derjenige, der die Pfauen auf die Insel brachte. Die Pfaueninsel war geboren!

Naturerlebnis pur: Idyllische Parklandlandschaften und freilaufende Pfauen

Ein echtes Highlight sind natürlich die überall frei herumlaufenden Pfauen, die Ihr oft schon beim Betreten der Insel von weitem schreien hört. Besonders im Frühling zur Paarungszeit ist es immer wieder schön zu sehen, wie die männlichen Pfauen ein Rad schlagen und dabei ihr prächtiges Gefieder zeigen. Wirklich ein tolles Fotomotiv! Wenn Ihr die Pfauen nicht seht (oft verstecken sie sich auch im Gebüsch) ist es immer ein guter Tipp in Richtung Voliere zu gehen. Dort scheint ein echter Pfauen-Treffpunkt zu sein, wie ich bei meinem letzten Besuch festgestellt habe. Hier fand sich sofort ein Pfau dazu bereit, vor meiner Kamera zu posieren und ein Rad zu schlagen.

Pfau auf der Pfaueninsel Berlin

Pfau auf der Pfaueninsel Berlin

Kultur erleben: Schloss Pfaueninsel

Mit schönem Blick auf die Havel gelegen liegt das Schloss Pfaueninsel. Das für die Insel sehr charakteristische weiße Schloss wurde Ende des 18. Jahrhunderts für den preußischen König Friedrich Wilhelm II. errichtet. Es steht sogar in direkter Verbindung zum Potsdamer Marmorpalais – dieses ist mit einer Sichtachse mit der Pfaueninsel verbunden. Der König nutzte die Insel vor allem, um sich ungestört mit seiner Mätresse Wilhelmine treffen und mit ihr gemeinsam romantische Stunden auf der Insel verleben zu können. Wilhelmine wirkte sogar maßgeblich an der Gestaltung der Inneneinrichtung, der Möblierung und Dekoration im Schloss mit. Nur bedauerlich, dass sie selbst die Fertigstellung nicht mehr lange erlebte – die Geliebte wurde nach dem Tod von Friedrich Wilhelm II. verbannt und kam auf diese Weise nur sehr kurz in den Genuss der besonderen Schloss-Atmosphäre.

Umgeben von einem der schönsten Parks in Berlin: Das idyllische Schloss Pfaueninsel

Umgeben von einem der schönsten Parks in Berlin: Das idyllische Schloss Pfaueninsel

Prächtige Papiertapeten mit exotischen Motiven, elegante Holzvertäfelungen aus kostbaren Materialien: Die fast vollständig erhaltenen Räume des Schlosses können von allen Besuchern der Pfaueninsel besichtigt werden und sind wirklich sehr eindrucksvoll. Zwar kostet der Eintritt zum Schloss nochmal zusätzliche 6 Euro, doch Kultur-Begeisterte sollten sich die Gelegenheit authentische höfische Wohnkultur um 1800 zu erleben auf keinen Fall entgehen lassen. Auch weitere Parkbauten wie die Meierei und der Luisentempel können besichtigt werden: hier werden Euch in interessanten Dauer- und Wechsel-Ausstellungen auf anschauliche Weise wissenswerte Informationen zur Geschichte und Nutzung der Insel nähergebracht.

Liegewiese auf der Pfaueninsel Berlin: Perfekt zum Picknicken und Entspannen

Wenn Ihr eine Weile über die Insel gelaufen seid, gibt es wohl fast nichts Schöneres als ein Picknick zu machen und eine Weile die Sonne zu genießen. Da die Pfaueninsel unter Naturschutz steht, solltet Ihr unbedingt die Liegewiese in der Mitte der Insel nutzen. Dort gibt es auch einen kleinen Imbiss, bei dem Ihr es Euch mit knackigen Rostbratwürsten und Berliner Kartoffelsalat so richtig gut gehen lassen könnt. Von den üppig gefüllten Picknickkörben der Besucher werden auch immer wieder die Pfauen angelockt – allerdings solltet Ihr sie besser nicht füttern. Sie sind sowieso sehr wählerisch 😉

Unverhoffte Begegnung auf der Liegewiese

Unverhoffte Begegnung auf der Liegewiese

Wissenswerte Informationen zur Insel

Filmkulisse: Das Kavaliershaus auf der Berliner Pfaueninsel, Foto: © Ben Garrett / Flickr

Filmkulisse: Das Kavaliershaus auf der Berliner Pfaueninsel, Foto: © Ben Garrett / Flickr

Die Pfaueninsel verströmt einen sehr verträumten und märchenhaften Charme. Nur wenige Minuten von den stark befahrenen Straßen Berlins liegt ein wahres Naturidyll. Kein Wunder, dass auch Filmemacher die Insel für sich entdeckt haben. In den 1960er Jahren wurden hier einige bekannte Edgar-Wallace-Filme wie „Der Mönch mit der Peitsche“ und „Der Hund von Blackwood Castle“ gedreht. Spätestens wenn Ihr die verwunschenen Parklandschaften und das imposante Kavaliershaus gesehen habt – das im Übrigen wie ein englisches Landhaus wirkt – könnt Ihr nachvollziehen, warum sich die Insel einfach perfekt als Kulisse für düstere Kriminalfilme eignet.

Nun fragt Ihr Euch sicher, wie Ihr am schnellsten zur Pfaueninsel kommt! Ich empfehle Euch am besten mit dem Bus 218 anzureisen. Dieser fährt vom Theodor-Heuss-Platz in Charlottenburg durch den Grunewald, hält am S-Bahnhof-Wannsee (S1, S7, Regionalbahn) und bringt Euch direkt zur Anlegestelle der Pfaueninsel-Fähre. Gerade jetzt im Frühling ist es aber auch sehr schön eine Fahrradtour zur Insel zu unternehmen, entweder von der Glienicker Brücke in Potsdam oder vom Berliner Stadtzentrum aus. Eure Fahrräder könnt Ihr problemlos bei der Fähre parken, aber auf der Insel selbst sind sie ebenso wie Hunde leider nicht erlaubt. Die Tickets für die Fähre kosten für Erwachsene 4 Euro, mit Ermäßigung 3 Euro und beinhalten auch schon gleich den Eintritt zur Insel. Die Saison geht immer im März los und endet im September.

Wart Ihr schon mal auf der Berliner Pfaueninsel? Habt Ihr noch weitere Tipps für schöne Ausflüge ins Grüne für mich? Ich freue mich über Eure Anregungen.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Über Deborah
Ich heiße Deborah und liebe es, auf Erkundungstour zu gehen! In meiner Freizeit reise ich gerne und mache Spaziergänge und Radtouren durch meine Heimatstadt Berlin. Meine Eindrücke halte ich am liebsten mit meiner Kamera fest. Außerdem begeistere ich mich für gutes Essen, schöne Cafés und kulturelle Aktivitäten.